Natur erleben
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| Die Allermarsch, wie wir sie heute erleben, war ursprünglichen mit Auwäldern, Röhricht und Sümpfen bedeckt. Jedes wurden diese Bereiche großflächig überschwemmt. Das Hochwasser brachte nährstoffreiche Ablagerungen aus den Oberlaufen der Allerzuflüsse mit und machte den Marschboden fruchtbar. Teile der Marschen wurden nach und nach eingedeicht, wertvolles Weideland konnte so geschaffen werden. Wiesen- und Watvögel zählen zu den zahlreichen Bewohnern der Allermarsch, wie z.B. der Kiebitz, der heute als Brutvogel nur noch selten vorkommt. |
![]() Zeichnung: Johanna Ahlert |
| Hecken, in der Marsch auch KNICKS genannt, durchziehen netzartig die Landschaft an der Aller. Auch heute dienen sie noch häufig als lebender Zaun für weidende Tiere. Gut entwickelte Hecken bestehen aus mehreren Stockwerken und beherbergen zahlreiche Tierarten in den bunt gemischten Heckensträuchern. Im zeitigen Frühjahr umgeben zarte Blütenschleier der Schlehen die frischgrünen Wiesen. Etwas später entsendet der blühende Weißdorn seinen betörenden Duft und an langen Ranken öffnen sich immer neue Heckenrosenblüten. Die herbstlichen Früchte der verschiedenen Beerensträucher dienen als willkommene Winternahrung - aus überfrorenen Schlehenfrüchten lässt sich ein wunderbar herber Likör bereiten, aus Hagebutten leckerer Wein und vitaminreiche Marmelade. |
| Wegraine, erscheinen oft ungepflegt. Doch das ist gut so! Gerade wenn der Mensch nicht ständig nach seinen Vorstellungen "pflegend" eingreift, können sich hier besondere Pflanzengesellschaften und Rückzugsräume für viele Tierarten entwickeln. Im Schutz von Rainfarn, Taubnesseln und Bärenklau tummeln sich Schlupfwespen, Bienen, Hummeln, Tag- und Nachtfalter. Brennnesseln liefern nicht nur den Raupen des Admiral die notwendige Nahrung. Rebhuhn und andere Bodenbrüter leben hier, und ihre Jungen haben einen reich gedeckten Tisch verschiedenster Insektenarten. Insbesondere Ameiseneier, die Lieblingsspeise der Nestflüchter, gibt es zuhauf. Im Spätsommer ziehen Stieglitze an den Wegrainen entlang und fressen sich an den Samen der Pflanzen am Wegesrand satt. |
| Fließgewässer sind besondere Lebensadern in der Landschaft. Mensch und Tier halten sich gern in der Nähe auf. Bäche und Flüsse sind vor allem durch ein Merkmal geprägt: die ständig anhaltende Wasserströmung. Pflanzen und Tiere der Fließgewässer haben sich der Strömung angepasst: der Flutende Hahnenfuß hat lange, fein geschlitzte Blätter, die der Strömung möglichst wenig Widerstand bieten. Die Larven der Köcherfliegen bauen sich aus Sand, Kies oder Laubresten eine Wohnröhre: den Köcher. Damit sind sie schwer genug, um nicht von der Strömung verdriftet zu werden. Solange sich Bäche und Flüsse unbeeinflusst vom Menschen ihr Bett suchen konnten, entstanden ständig neue Kolke, Altarme und feuchte Senken im Niederungsbereich: immer wieder neu zu besiedelnde Kleinodien in der Landschaft. |
| Feuchtwiesen noch sind sie an einigen Stellen der Aller-, Wölpe- und Alpeniederungen zu finden, immer häufiger als Brache, da sie für eine regelmäßige Nutzung zu naß sind. Hoch anstehendes Grundwasser verbunden mit zeitweiser Überflutung in den Winter- und Frühjahrsmonaten ist ihr wesentliches Kennzeichen. Sumpfdotterblume, Kuckuckslichtnelke, Wiesenschaumkraut und Sumpfkratzdistel zeigen den feuchten Standort an. Nicht mehr genutzte Feuchtwiesen entwickeln sich über Hochstaudenfluren mit Mädesüß, Blut- und Gilbweiderich zu artenärmeren Röhrichten aus Seggen, Binsen und Süßgräsern. Nur durch Aufrechterhaltung der Extensivnutzung von Feuchtwiesen kann dieser stark bedrohte Lebensraum erhalten werden. Amphibien, Heuschrecken, Schmetterling und viele Vogelarten der Feuchtwiesen sind durch deren starken Rückgang in ihrem Bestand bedroht. |
| Marschland Die Niederungsflächen der Flußmarschen waren ursprünglich mit Auwäldern, Röhricht und Sümpfen bedeckt. Jedes Frühjahr wurden diese Bereiche großflächig überschwemmt. Heute finden wir nur noch an wenigen Stellen, z.B. in der "Ahldener Schlenke", Überreste der Auwälder - vereinzelt auch als mächtige Einzeleichen und -eschen. Das Hochwasser brachte nährstoffreiche Ablagerungen aus den Oberläufen der Allerzuflüße mit und machte den Marschboden fruchtbar. Mit dem Anlegen von Hecken konnte man diesen Effekt verstärken. Teile der Marschen wurden nach und nach eingedeicht, wertvolles Weideland konnte so geschaffen werden, Wiesen- und Watvögel zählten zu den zahlreichen Bewohnern: wie der Kibitz, der heute als Brutvogel nur noch selten vorkommt. |
| Stillgewässer Gewaltige Strudel der Aller-Hochwasserwllen hinterließen sogenannte "Derhkuhlen", die sich ebenso wie die Altarme zu speziellen Lebensräumen weiterentwickelten: das stehende Wasser erwärmt sich schneller und trocknet in heißen Sommern manchmal aus. Für Lurche, Kleinkrebse und einige Kriechtiere reicht der Zeitraum zur Fortpflanzung i.d.R. aus, da sie schon im zeitigen Frühjahr ablaichen. Im dichten Uferröhrricht nisten Rohrammer und Teichrohrsänger.Graureiher warten mucksmäuschentill auf ihre Fischbeute. Über der Wasseroberfläche werden Insekten von Libellen gejagt, die als besonders elegante Flieger sogar rückwärts fliegen können und nicht einmal als Tandem im Flug behindert werden. Unter natürlichen Bedingungen verlanden Stillgewässer im Laufe der Zeit - und entstehen an anderer Stelle neu. |
| Kopfweiden haben schon manchem Spaziergänger großen Schrecken eingejagt - wenn ihre Figur plötzlich im Nebel oder aus der Dunkelheit auftauchte. Die Kopfweide ist eine Baumform, die nur mit dem Zutun des Menschen entsteht: Früher wurden sie regelmäßig "gescheitelt", um lange, gerade Zweige zum Herstellen von Flechtenwerk zu gewinnen. Heute erfolgt diese Pflegemaßnahme, damit die alten Kopfweiden nicht unter der Last der dicken Äste auseinanderbrechen. So können auch sie ein staatliches Alter von 100 Jahren erreichen. Da das innere Holz recht weich ist, werden Kopfweiden schon in jungen Jahren hohl. Gerade diese Höhlen sind für viele Lebewesen von größter Bedeutung: in ihnen verstecken sich Eulen- und Spechtarten, Fledermäuse richten ihr Sommerquartier ein, sogar Wildenten brüten in ihrem Schutz. Kein anderer Baum beherbergt so viele Insektenarten wie die Kopfweide. |











